![Jacques Chirac und Jean-Michel Jarre verwenden sich bei Hosni Mubarak für verfolgte schwule Männer [ Thomas Kolb ]](http://ep.yimg.com/ca/I/gayegypt_2212_80591414)
Jacques Chirac und Jean-Michel Jarre verwenden sich bei Hosni Mubarak für
verfolgte schwule Männer
Peinliche Begegnung für Egyptair-Manager mit amnesty international in
Frankfurt
[ From Thomas Kolb ]
Seine „lebhafte Besorgnis“ über die Verurteilung von Homosexuellen hat der
französische Staatspräsident Jacques Chirac gegenüber seinem ägyptischen
Kollegen Hosni Mubarak zum Ausdruck gebracht. Er bezog sich dabei auf die
Verurteilung von 23 Männern zu einem bis fünf Jahren Haft durch das
ägyptische Staatssicherheitsgericht im November. „Ohne mich in innere
Angelegenheiten Ihres Landes einmischen zu wollen, würde ich mir wünschen,
dass diese Entscheidung noch einmal überdacht wird“, erklärte Chirac bei
einem Mittagessen im Rahmen des gegenwärtigen Besuches Mubaraks in
Frankreich, wie es in einer offiziellen Verlautbarung des Elysée-Palastes
(Präsidialamt) hieß. Der Bürgermeister von Paris Betrand Delanoë, der aus
seiner eigenen Homosexualität noch nie ein Hehl gemacht hat, drückte sich
deutlicher aus und sprach von „unerträglichen Verletzungen der Grundrechte
und der Menschenwürde.“
Eine Liste mit über 5000 Unterschriften hatte zuvor bereits der weltbekannte
Musiker Jean-Michel Jarre dem ägyptischen Präsidenten überreicht. Die
Unterzeichner, darunter Stars wie Catherine Deneuve, Juliette Binoche, der
Sänger und Komponist Jean-Jacques Goldmann, der Fußballer Eric Cantona und
viele mehr fordern in diesem offenen Brief die sofortige Freilassung der
inhaftierten Männer.
Die Frankfurter MeRSI-Gruppe (Menschenrechte und sexuelle Identität) von
amnesty international brachte unterdessen am Samstag über fünfhundert
Flugblätter zu dem Ägypten-Fall unter Fluggäste und Besucher am Frankfurter
Flughafen. Die Reaktion der Empfänger war durchgehend positiv. Peinlich
wurde die Aktion jedoch für den Generaldirektor Deutschland der staatlichen
Fluggesellschaft Egyptair, Mahmoud Eid, der am Egyptair Check- Inn offenbar
gerade einen offiziellen hohen Besuch aus Kairo verabschiedete. Er wurde von
einem amnesty-Mitglied erkannt, das ihn mit Namen begrüßte und das Flugblatt
persönlich überreichte. Danach begann der Manager hektisch zu telefonieren
und ließ sich durch einen jungen Mann noch mehrere Exemplare des Flugblatts
bringen – amnesty hofft nun, dass auf diese Weise die Flugblattaktion bis in
die Chefetage nach Kairo bekannt wird. Die mehrheitlich deutschen Fluggäste
in der Egyptair-Warteschlange, die alle ein Flugblatt erhielten, ließen ihre
Sympathie für die ai-Aktion erkennen.
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